Carola Faller-Barris, Hülle und Fülle
21.07. – 10.09.23

f o r u m  r e g i o n a l

 


 

Dabei verwendet sie häufig Naturprodukte wie Zweige oder Gips, aber auch Stoffe, Papier, Mullbinden oder auch bearbeitete Fundstücke wie eine Milchkanne oder ein Geigenkasten als Materialien ihrer Inspiration. Selbst Blisterverpackungen (wie sie für Tabletten Verwendung finden) oder Rasierklingen gehören zu ihrem künstlerischen Repertoire, das sie mit Wellpappen phantasievoll zu auf Stelzen und kopfüber stehenden Häusern verbindet, wobei zum Beispiel die Rasierklingen sowohl Fenster als auch (bei einem „Hausboot“) Ruderblätter bezeichnen können. Dabei fällt immer wieder ihre Nähe zu traditionell christlichen Themen ins Auge, etwa wenn sie aus Gips und Mullbinden gefertigte Kokons in der Kirchen-Installation „Grace“ um den Altar gruppiert.


 

Faller-Barris.Morgenstern.2018.jpg

In ihren feinlinigen, die weiße Blattfläche subtil strukturierenden Zeichnungen greift Faller-Barris Gefäßformen auf, die aus ineinander gewickelten Zweigen zu bestehen scheinen. Flechtwerke, Hohlformen und Röhren werden zu naturnahen, mitunter bizarren, auch widerborstig-stacheligen Gebilden verbunden. „Der allen Zeichnungen gemeinsame Aufbau dieser Hülle aus einem Flechtwerk von Ästen und Gestrüpp“, schreibt die Künstlerin, „vermittelt durch seine Struktur und Form ein unsichtbares Inneres nach außen. Die unterschiedliche Balance zwischen Verletzlichkeit und Aggressivität, Fragilität und Stabilität, Verschlossenheit und Offenheit bedingt den eigenen Charakter jeder Zeichnung.“