Dieter Weissenberger, Fremde Wesen
8.12. – 28.01.24

f o r u m  r e g i o n a l

 


 

Das wird zumal in seinen Ölbildern deutlich, die mittels Verfremdungen und Gefühlswerten Qualitäten erzeugen, die man in der zeitgenössischen Kunst nur selten vorfindet: Stimmungen. Diese Stimmungen können sich zu handfesten Physiognomien verdichten, wie in der Serie der „Wächter“. Sie zeigen die Hinterköpfe von, man ahnt es, eher brachialen Zeitgenossen, deren Körperlichkeit, wenn auch indirekt, viel über ihre psychische Verfassung verrät. Es ist bemerkenswert, wie Weissenberger den Hinterköpfen die Ausdruckskraft von Gesichtern verleiht, allein durch die Einfärbung und Modellierung des Kopfes und der Haut. Es scheint, als läge ein zweites Gesicht hinter dem ersten, und ob es mit diesem korrespondiert, bleibt der Phantasie und den Erfahrungswerten des Betrachters überlassen. Insofern kann man Weissenbergers Arbeiten als Kunstwerke bezeichnen, die ebenso viel aufzeigen wie sie verbergen. Die Sujets erschöpfen sich nie in den dargestellten Motiven oder ihren Titeln – sie weisen über sich selbst hinaus in eine Imaginations- und Erfahrungswelt, die eigenen, vielstimmigen Deutungsmustern folgt und auf keine eindeutigen Aussagen heruntergebrochen werden können. Eben das macht den Reiz dieser Malerei aus, deren Energien im Speicher des Verborgenen wachgehalten werden.


 

DW, Alles auf Anfang, 2021, Öl auf Leinwand, 140 x 100 cm.jpg

Dieter Weißenberger: „Auf der Grundlage meiner Erfahrungen, Gefühle und Träume, meines Wissens und meiner Beschäftigung mit dem Transzendenten entstehen Porträts, Interieurs, Landschaften und Bilder von rätselhaften und verfremdeten Dingen.“